Wenn Worte und Handlungen nicht zusammenpassen. Der Fall Anthony Fauci und die Fragen, die nach der Pandemie offenbleiben. Es gibt Momente, in denen nicht das Gesagte die interessanteste Information ist, sondern der Widerspruch zwischen dem, was jemand sagt und dem, was er tut. Anthony Fauci war während der COVID-19-Pandemie eine der bekanntesten Stimmen der Medizin. Für Millionen Menschen verkörperte er wissenschaftliche Expertise in einer Zeit großer Unsicherheit. Gerade deshalb lohnt es sich, die inzwischen bekannt gewordenen Dokumente und die Chronologie der Ereignisse genauer zu betrachten. Nicht mit dem Ziel, einen Menschen vorzuverurteilen. Sondern mit einer sehr viel einfacheren Frage:
Passen die öffentlichen Aussagen, die internen Überlegungen und die politischen Entscheidungen jener Jahre widerspruchsfrei zusammen?
Diese Frage bekommt zusätzliches Gewicht durch eine außergewöhnliche Entscheidung des damaligen US-Präsidenten Joe Biden. Am 19. Januar 2025, einen Tag vor seinem Ausscheiden aus dem Amt, erteilte Biden Anthony Fauci eine präventive und außerordentlich weitreichende Begnadigung. Sie erfasste mögliche Bundesdelikte im Zusammenhang mit Faucis Tätigkeit seit dem 1. Januar 2014 als Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases, als Mitglied der Coronavirus Task Force beziehungsweise des COVID-19 Response Teams sowie als medizinischer Chefberater des Präsidenten https://en.wikisource.org/wiki/Presidential_Pardon_of.
Trotzdem darf man fragen:
Warum hielt ein Präsident eine derart weitreichende Begnadigung überhaupt für notwendig?
Und warum erleben wir heute einen Anthony Fauci, der bei Befragungen zu Vorgängen der Pandemie außerordentlich zurückhaltend ist und sich bei bestimmten Fragen auf sein Aussageverweigerungsrecht beruft?
Um diese Fragen einordnen zu können, müssen wir zurückgehen. Nicht ins Jahr 2025, sondern an den Anfang der Pandemie.
Januar und Februar 2020: Woher kam SARS-CoV-2?
Ende Januar 2020 erhielt Fauci nach den nun veröffentlichten Unterlagen einen Anruf von Jeremy Farrar, damals Direktor des Wellcome Trust. Farrar hielt demnach einen Laborursprung von SARS-CoV-2 zumindest für eine ernsthaft zu diskutierende Möglichkeit.
Am 1. Februar 2020 fand daraufhin eine Telefonkonferenz hochrangiger Wissenschaftler statt.
Unter den 13 hochrangigen Wissenschaftlerhn gab es keine Einigkeit über den Ursprung des Coronavirus. Elf Teilnehmern waren der Meinung, dass der Ursprung des Virus auch aus einem Labor sein könnte – also ein absichtliches Einfügen genetischen Materials, so wie es in der Gain-Of-Function-Forschung durchgeführt wird und durch den Fakt besätigt wird, dass Dr. Zheng-Li Shi an der Universtität of Wuhan bereits seit Jahren mit Coronaviren an Gain-Of-Function arbeite. Dies wohl zum Ärgernis von Dr. Fauci, der ausschließlich eine natürlicheBegriff und Wirklichkeit Mutation für akzeptabel hielt. Mit ihm waren einig waren: Ron Fouchier, ein sehr bedeutsamer Wissenschaftler, dessen Erkenntnissen die Medizin in der Tat viel zu verdanken hat und der in seien Labors Gain-Of-Function betreibe – „Killerviren“ und „potenzielle Biowaffen“ herstelle (Gain-Of-Function: H5N1-Forschung wieder gestoppt – Deutsches Ärzteblatt). Ebenso Herr Drosten (hochrangiger Wissenschaftler an der Charité und Berater der politischen Szene während der Coronapandemie).Die entscheidende Erkenntnis aus dieser frühen Phase lautet: Über den Ursprung des Virus bestand keineswegs die Sicherheit, die in der öffentlichen Diskussion später teilweise vermittelt wurde.
Gerade deshalb war die Frage eines möglichen Laborursprungs von SARS-CoV-2 von Anfang an wissenschaftlich und politisch hochbrisant.
Interessant wird nun die weitere Chronologie.
Februar und März 2020: Eine entscheidende wissenschaftliche Publikation
Faucis Reaktion auf die Telefonkonferenz vom 1. Februar 2020 ist interessant. Nach der Telefonkonferenz vom 1. Februar, in der sich 11 von 13 Wissenschaftlern einen Laborursprung vorstellen können und lediglich zwei auf einen natürlichen Ursprung beharren, änderte Fauci seine Strategie.Er verfasst gemeinsam mit eine Wissenschaftsgruppe um Christian Anderson einen Fachartikel, der am in der renomierten Zeitschrift „nature medicine“ erscheint. In einer E-Mail vom 06. März 2020 bestätigt er, dass er bei dieser Arbeit mithalf aber angemessen nicht namentlich erwähnt wird. Gleichzeitig schließt er die Mail mit den Worten „beachte die Schlussfolgerung“. Sinngemäß schreibt er, die die Analyse der SARS-CoV-2 Gensequenz und dem dazugehörigen Virus zeigt keinen Beweis, dass das Virus aus einem Labor stamme. Tatsächlich kann man den Artikel The proximal origin of SARS-CoV-2 heute noch online einsehen. Der Artikel entwickelte enorme Wirkung und wurde weltweit als wissenschaftliches Argument gegen einen künstlich konstruierten Ursprung des Virus herangezogen.
Anschließend wird die Sprachregelung vereinbart, andere Theorien als Verschwörungstheorien zu brandmarken.
Das wirft eine legitime wissenschaftshistorische Frage auf:
Wie groß war der Einfluss von Behördenvertretern und politischen Beratern auf die Entstehung und Kommunikation einer Arbeit, die anschließend maßgeblich die öffentliche Diskussion über den Ursprung des Virus bestimmte?
Genau deshalb hätte eine offene wissenschaftliche Diskussion von Anfang an besonders wichtig sein müssen.
Wie geht es weiter in der Chronologie?
Am 8. Februar 2020 soll Fauci in den veröffentlichten Aufzeichnungen COVID-19 noch mit einer lediglich schweren Influenza – einer „bad influenza“ – verglichen haben.
Nur gut einen Monat später hatte sich seine öffentliche Einschätzung erheblich verändert.
Am 11. März 2020 erklärte Fauci vor dem US-Kongress, die Mortalität des neuen Coronavirus könne ungefähr zehnmal höher sein als die einer saisonalen Influenza.
Am selben Tag erklärte die WHO COVID-19 zur Pandemie!
Wenig später begann auch in Deutschland ein bis dahin beispielloser und noch nie da gewesener Lockdown.
Natürlich kann sich die Einschätzung eines Wissenschaftlers innerhalb weniger Wochen verändern. Genau das gehört zu Wissenschaft: Neue Daten führen zu neuen Bewertungen. Deshalb ist eine Veränderung der Einschätzung allein noch kein Widerspruch.
Aber gerade dann ist interessant, welche Informationen in dieser Zwischenzeit vorlagen und wie sie bewertet wurden. Was veröffetlicht wurde waren Information, die positiv klangen: Die Erkrankungswelle in China war seit Februar rückläufig und die Beobachtungen über Corona-Infektion und Krankheitsverlauf auf der Princess Diamond, einem Kreuzfahrtschiff waren ebenfalls positiv zu bewerten.
Frühjahr und Sommer 2020: Wissenschaft trifft Politik
Im Mai 2020 startete die US-Regierung unter Präsident Donald Trump die Operation Warp Speed 1,6 Milliarden für Biotechfirma: USA setzen bei Impfstoff auf „Warp Speed“ – n-tv.de. Das Ziel war außergewöhnlich ambitioniert: Entwicklung, Produktion und Verteilung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika gegen COVID-19 sollten drastisch beschleunigt werden. Die gesellschaftliche Situation darf man dabei nicht vergessen. Europa und die USA befanden sich in einer Atmosphäre massiver Unsicherheit. Ein wirksamer Impfstoff erschien vielen Menschen als möglicher Ausweg aus dieser Krise. Gleichzeitig näherte sich in den USA die Präsidentschaftswahl.
Ein erfolgreicher Impfstoff noch vor dem Wahltag hätte deshalb zwangsläufig nicht nur medizinische, sondern auch enorme politische Bedeutung gehabt. Und genau hier wird die Chronologie interessant. Ein nun veröffentlichtes, Fauci zugeschriebenes Tagebuch enthält für den 7. August 2020 einen Eintrag über Peter Marks, den damaligen Leiter des Center for Biologics Evaluation and Research der FDA. Nach der Interpretation dieses Eintrags soll Fauci Marks Unterstützung signalisiert haben, falls dieser einer vorzeitigen Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffes vor der Präsidentschaftswahl entgegentreten würde.
Als kleine Randnotiz (Welt-Nachrichten) sei bemerkt, dass die FDA später Peter Marks mit Druck zum Rücktritt „gebeten“ habe, um die Transparenz und Integrität der Behörde zu wahren und die Wissenschaft zu schützen.
Sollte der Tagebucheintrag authentisch sein und diese Interpretation zutreffend, stellt sich eine bedeutsame Frage:
Wo endete hier wissenschaftliche Vorsicht – und wo begann politische Strategie?
Auch in Deutschland findet sich ein bemerkenswertes zeitgeschichtliches Dokument. In Protokollen des Krisenstabs des Robert Koch-Instituts vom 28. September 2020 geht hervor, dass die Zulassung eines neuartigen mRNA-Impfstoffes bei der FDA vor den US-Wahlen nicht gewünscht ist, auch nicht bei einer europäischen Behörde.
Das beweist für sich genommen keine politische Einflussnahme auf eine Zulassungsentscheidung. Dennoch lässt es einen nachdenklich werden. Waren politische Beweggründe somit mitentscheidend für den Zeitpunkt der Zulassung eines womöglich lebensrettenden mpfstoffes? Man könnte zumindest sagen, dass man es Donald Trump mit dieser Entscheidung schwer machte wiedergewählt zu werden. Ein Impfstoff in der Regierungszeit Donald Trumps hätte ihm sicherlich viele positive Stimmen zufliegen lassen. In Fauci`s Tagebucheinträgen findet man mehrfach die Nennung seiner „Verbündeten“ Nancy Pelosi, die zur damaligen Zeit als Sprecherin des Representantenhauses und mächtigste Politikerin der damaligen Opposition, die rein spekulativ mit ihm kooperiert haben soll.
07.08.2020 sichert er Peter Marks, dem damaligen Impfexperten der US-Gesundheitsbehörde FDA seine Unterstützung zu, wenn dieser die Zulassung von Astra-Zeneca vor den Präsidentschaftswahlen verhindere. Offensichtlich arbeitete Fauci diesbezüglich den Demokraten in die Hände, um eine Widerwahl Donald Trumps zu verhindern. Das Wiederrum würde perfekt zu der späteren Begnadigung durch den Demokratischen Präsidenten Jo Biden passen, dessen Wahlen er indirekt unterstützt hat.
Es zeigt wie eng wissenschaftliche, regulatorische und politische Überlegungen zu diesem Zeitpunkt miteinander verflochten waren.
Am 3. November 2020 fand schließlich die US-Präsidentschaftswahl statt.
Am 11. Dezember 2020 erteilte die FDA dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer die erste Emergency Use Authorization in den Vereinigten Staaten. Am folgenden Tag wurde darüber weltweit berichtet.
Auch hier gilt: Eine zeitliche Abfolge beweist keine Kausalität.
Aber sie gehört zur Chronologie – und deshalb gehört sie auch in eine ernsthafte Aufarbeitung.
2021: Neue Fragen zu Nutzen und Risiken
Die Diskussion endete nicht mit der Zulassung der Impfstoffe.
Ein Fauci zugeschriebener Tagebucheintrag vom 15. März 2021 warnt Larry Horowitz davor, dass es eine Studie von Drew Wessman über besorgniserregende Zusammenhänge zwischen der mRNA-Impfung und Probleme in der Schwangerschaft geben könne. Weissman gehört zu den zentralen Wissenschaftlern hinter der mRNA-Technologie und erhielt später gemeinsam mit Katalin Karikó den Nobelpreis für diese mRNA-Forschung.
In diesem Eintrag fürchtet er, dass Weissman eine Pressekonferenz abhalten könne, die viel Staub aufwirbele. Er wolle die Pressekonferenz verhindern und hoffe auf Gegenstudien.
Auch hier muss sauber unterschieden werden:
Eine intern diskutierte Sorge und Studien an Mäusen ist kein Beweis für einen tatsächlich bestehenden medizinischen Schaden Menschen.
Aber für die historische Aufarbeitung ist von Bedeutung, welche Sicherheitsfragen intern diskutiert wurden und wie anschließend öffentlich darüber kommuniziert wurde.
Ähnliches gilt für die Booster-Diskussion. Aus weiteren Unterlagen ergibt sich, dass Fauci eine breite Boosterstrategie unterstützte, während gleichzeitig die Myokarditis insbesondere bei jüngeren Männern als relevantes Sicherheitssignal diskutiert wurde.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Boosterempfehlung medizinisch falsch war.
Es zeigt aber, dass die Nutzen-Risiko-Abwägung intern differenzierter geführt wurde, als es die teilweise sehr vereinfachte öffentliche Kommunikation jener Zeit vermuten ließ.
2022 und 2023: Infektion, Übertragung und Impfpflicht
Besonders interessant wird die Chronologie bei der Frage, was die damaligen Impfstoffe tatsächlich leisten konnten.
Ein Fauci zugeschriebener Eintrag vom 13. Mai 2022 beschäftigt sich mit der Frage, welche Auswirkungen öffentliche Aussagen über den begrenzten Schutz vor Infektion und Übertragung auf die Akzeptanz weiterer Impfstoffe und auf juristische Argumentationen für Impfpflichten haben könnten. Aus dem Tagebucheintrag geht hervor, dass es Fauci tatsächlich um den Impfdruck und weniger um die Gesundheit der Bevölkerung ging. Die damalige CDC-Chefin (vergleichbar mit dem RKI) Chefin konnte er offensichtlich davon abhalten öffentlich zu sagen, dass die Impfstoffe bezüglich Infektion und Übertragung völlig wirkungslos seien. Diese Aussage hätte die Akzeptanz des bivalenten BA.5-Impfstoffes gemindert und das Argument des Justiz-Ministeriums für Impfzwang unterminiert.
Ein Impfstoff kann bei bestimmten Personengruppen einen relevanten Schutz bezüglich eines schweren Verlaufs bieten, ohne Infektionen oder Übertragungen vollständig verhindern zu können. Beides ist wissenschaftlich und medizinisch relevant. Fauci veröffentlichte 11. Januar 2023 selbst einen Artikel mit diesem Thema. Anthony Fauci, David Morens und Jeffery Taubenberger veröffentlichten in Cell Host & Microbe eine Arbeit über die Schwierigkeiten, dauerhafte Immunität gegen respiratorische Schleimhautviren wie Influenza und SARS-CoV-2 zu erzeugen. Die Autoren beschrieben darin gerade die Grenzen klassischer Impfkonzepte gegenüber solchen Viren und argumentierten, dass neue Impfstrategien erforderlich seien.2020 wurden im deutschsprachigen Raum noch Wissenschaftler für diese Idee scharf kritisiert. Heute erscheint es fast jedem Arzt als selbstverständlich.
Auch diese Publikation beweist nicht, dass frühere Impfempfehlungen falsch waren
Sie führt jedoch zu einer berechtigten Frage:
Wurde in der öffentlichen Kommunikation der Jahre 2020 bis 2022 ausreichend klar zwischen Schutz vor Infektion, Schutz vor Übertragung und Schutz vor schwerer Erkrankung unterschieden?
Diese Frage wird umso relevanter, weil Fauci gleichzeitig öffentlich sehr deutlich für Impfanforderungen respektive Impfpflicht in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen eintrat. Damit treffen zwei Ebenen aufeinander: die wissenschaftliche Erkenntnis über die Grenzen eines Impfstoffes und die politische Entscheidung, aus seinem Nutzen gesellschaftlichen Druck oder Zugangsvoraussetzungen abzuleiten.
Und dann kam die Begnadigung
Damit schließt sich der zeitliche Kreis.
Januar 2020: interne Diskussionen über einen möglichen Laborursprung.
Februar und März 2020: wissenschaftliche Auseinandersetzungen über die Herkunft des Virus.
März 2020: Proximal Origin erscheint und prägt die weltweite Diskussion.
Sommer und Herbst 2020: Impfstoffentwicklung und Präsidentschaftswahl laufen parallel.
2021: intern werden Sicherheitsfragen und Boosterstrategien diskutiert.
2022: die Grenzen des Schutzes vor Infektion und Übertragung stehen zunehmend im Mittelpunkt.
2023: Fauci selbst veröffentlicht mit Kollegen einen Fachartikel über die grundsätzlichen Schwierigkeiten klassischer Impfstrategien gegen respiratorische Viren.
Und schließlich der 19. Januar 2025: Präsident Joe Biden begnadigt Anthony Fauci vorsorglich für mögliche Bundesdelikte im Zusammenhang mit seinen amtlichen Tätigkeiten seit 2014.
Seitdem sind weitere Unterlagen öffentlich geworden, darunter Dokumente, die als persönliche Aufzeichnungen beziehungsweise Tagebuch Faucis bezeichnet werden. Ihre Authentizität und insbesondere die Interpretation einzelner Passagen müssen unabhängig überprüft werden. Genau das ist für eine seriöse Bewertung entscheidend.
Denn aus zeitlicher Nähe entsteht noch keine Kausalität. Aus einer E-Mail entsteht noch keine Verschwörung. Aus einer Begnadigung entsteht noch keine Schuld. Und aus einem Widerspruch entsteht noch kein Beweis. Aber aus einer ungewöhnlichen Häufung erklärungsbedürftiger Vorgänge entstehen Fragen. Und Fragen zu stellen ist keine Wissenschaftsfeindlichkeit. Es ist Wissenschaft.
Warum uns Ärzte diese Geschichte interessieren sollte.
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, Anthony Fauci oder irgendeinen anderen Beteiligten persönlich zu verurteilen. Mich interessiert etwas Grundsätzlicheres.
Wir Ärzte treffen Entscheidungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Informationen. Unsere Patienten vertrauen darauf, dass Empfehlungen möglichst unabhängig von wirtschaftlichen und politischen Interessen entstehen. Natürlich beeinflusst Politik die Medizin. Sie entscheidet über Forschungsgelder, Zulassungsverfahren, öffentliche Gesundheitsmaßnahmen und darüber, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse in konkrete Politik umgesetzt werden. Das ist zunächst vollkommen normal. Problematisch würde es erst dann, wenn die Richtung umgekehrt würde: wenn nicht wissenschaftliche Erkenntnisse politische Entscheidungen bestimmen, sondern politische Ziele beeinflussen würden, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse öffentlich gehört werden. Ob und in welchem Umfang das während der Pandemie geschehen ist, muss anhand belastbarer Dokumente geklärt werden. Deshalb sollten wir weder vorschnell verurteilen noch vorschnell abwehren.
Wir sollten Dokumente prüfen.
Wir sollten Aussagen miteinander vergleichen.
Wir sollten die Chronologie rekonstruieren.
Und wir sollten Fragen stellen – gerade dann, wenn die Antworten unbequem sein könnten.
Denn vielleicht ist die wichtigste Lehre aus der Coronazeit am Ende gar keine virologische.
Vielleicht ist sie eine wissenschaftliche:
Vertrauen in Wissenschaft entsteht nicht dadurch, dass man Zweifel verbietet.
Vertrauen entsteht dadurch, dass Wissenschaft auch kritischen Fragen standhält.
Wissenschaft ist wichtig und gut.
Literaturangaben
Missachtung des Kongresses: • Senate panel votes to hold Dr. Fauci in co…
Faucis Meineid 2020: https://docs.house.gov/meetings/GO/GO…
Faucis Tagebuch: https://www.paul.senate.gov/wp-conten…
Fachartikel Fauci: https://www.cell.com/cell-host-microb…
Grüne nominieren Drosten: https://www.welt.de/politik/deutschla…
GoF-Forschung Charité (06.08.2026): https://virologie-ccm.charite.de/fors…
Fauci-Email: https://www.documentcloud.org/documen…
Proximal Origin in NATURE: https://www.nature.com/articles/s4159…
Drosten im Bundestag: • Vorsorge, Krisenpläne und Frühwarnsysteme

